Was so läuft ...

ois, wos nei eina schneibt...

Fortbildung für Snowboardlehrer, Skilehrer und die es gerne werden wollen

by Andreas Fleischmann17. Dezember 2010 12:00

Am kommenden Samstag und Sonntag (18./19.12.) läuft bei uns eine interne Fortbildung für Snowboardlehrer und Skilehrer. Die besten Lehrer zeigen dabei, wie verschiedene Snowboardkurse und Skikurse funktionieren. Dabei arbeiten wir zum Teil mit echten Kursteilnehmern.

Zusätzlich ist der Termin offen für Jedermann/-frau, der vernünftig Snowboard- oder Skifahren kann, und sich den Job des Snowboardlehrers oder Skilehrers anschauen möchte, um später nach einer bestimmten Ausbildungszeit in unser Team mit einzusteigen. Angehende Snowboardlehrer oder Skilehrer sollten mindestens 14 Jahre alt sein. Das eigenverantworliche Führen von Snowboardkursen und Skikursen ist erst ab 16 Jahren möglich.

Der Treffpunkt für alle (angehenden) Snowboardlehrer, Skilehrer und Interessierten ist am Samstag, den 18.12. um 9:30 Uhr direkt vor Ort am Geisskopf an der Schule. Also einfach vorbeikommen!

Die Spitzenkandidaten, die am Wochenende vor Ort sind :-)
Tatjana Wudy
Tatjana Wudy
Katrin Zellner
Katrin Zellner
Fabian Brand
Fabian Brand
Jonas Brand
Jonas Brand
Robert Wagner
Robert Wagner
Andreas Wiesmüller
Andreas Wiesmüller
Kurt Frisch
Kurt Frisch
Susanne Fleischmann
Susanne Fleischmann
Andreas Fleischmann
Andreas Fleischmann

Tags: , ,

Eltern-Kind | Ski | Snowboard

Staatliche Prüfung für Skilehrer und Snowboardlehrer - anspruchsvoll und mit prominenter Teilnehmerin

by Andreas Fleischmann27. März 2010 00:50

Vom 21.03. - 26.03.2010 fand die staatliche Prüfung für Skilehrer und Snowboardlehrer in Garmisch-Partenkirchen statt. Delegiert vom Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus ist die TU-Müchnen verantworlich für die Durchführung der Prüfung für Fachsportlehrer im freien Beruf. Nicht nur für die Teilnehmer, sondern auch für mich, als einen der Prüfer der staatlichen Prüfung für Ski- und Snowboardlehrer, war es eine anstrenge und anspruchsvolle Woche in Garmisch-Partenkirchen. Durch verschiedene Einzelprüfungen wird im Endeffekt das ganze Spektrum im Skifahren und im Snowboarden abgeprüft. Angefangen beim Rennlauf, verschiedene Fahrtechniken, der Bereich Freestyle mit Kicker und Boxen, die freie Abfahrt im Gelände und nicht zuletzt die Prüfungen der Lehreignung.

Für die beiden Prüfer im Bereich Snowboard, Robert Zint und mich, heißt das:

  • Auswählen und gegebenenfalls abstecken des passenden Prüfungsgeländes
  • Formulierung der Aufgabenstellung
  • Vorfahren und demonstrieren der Machbarkeit der Prüfungsaufgabe
  • Bewerten und benoten der Einzelfahrten der Teilnehmer

Am ersten Tag bei Nebel stand für die Snowboarder der Slalom auf dem Programm. Bereits um 7:30 waren wir an der Hausbergbahn in Garmisch, um mit der ersten Materialgondel hoch zu kommen, um den Lauf zu stecken. Die Teilnehmer mussten zwei Läufe auf Zeit absolvieren, wobei die bessere Laufzeit gewertet wurde. Im Anschluss folgte noch ein Lauf, wobei die Slalomtechnik bewertet wurde.

Parallel zum Lauf der Snowboarden war der so genannte Vielseitigkeitslauf gesteckt, ein Prüfungsteil der staatlichen Skilehrerprüfung, welche zeitgleich und gemeinsam statt fand. Unter den Teilnehmern der staatlichen Skilehrerprüfung befand sich eine prominente Kandidatin, nämlich die Weltcupsiegerin im Riesenslalom, Kathrin Hölzl. Sie reiht sich damit in die Riege von prominenten Skiläufern, wie z.B. Rosi Mittermeier oder Martina Ertl, ein, um die Meisterprüfung für Skilehrer abzulegen.

Im Anschluss an den Slalom ging es bei Sonnenschein zum ersten Teil der Prüfung der freien Abfahrt. Auf einer steilen Piste müssen die Snowboarder dabei zeigen, was sie können. Was zählt, ist hohe Geschwindigkeit, dabei jedoch voll Kontrolle über das Snowboard, mit Hilfe einer guten Spurwahl variabel fahren, sich mit Leichtigkeit bewegen aber trotzdem technisch sauber bleiben.

Am selben Tag ging es noch zur ersten Technikprüfung für die Snowboarder. Auf einer steilen Piste mussten sie zeigen, dass sie sowohl forward (vorwärts) als auch switch (rückwärts) den Hang mit sportlichem Tempo und zwei unterschiedlichen Fahrprinzipien meistern können. Die Piste war dabei leicht bucklig und der Schnee durch die warmen Termperaturen leicht aufgefirnt.

Am gleichen Hang fand auch eine der Technikprüfungen für die Skifahrer statt. Die Teilnehmer mussten ihre Qualitäten bezüglich Kurzschwung zeigen. Unter ihnen natürlich auch Kathrin Hölzl, die Weltmeisterin.

Am zweiten Tag ging es für die Snowboarder bei stahlblauem Himmel nach Ehrwald, denn es standen die Prüfungsteile für den Bereich Freestyle auf dem Programm. Dort gab es einen bestens präparieren Funpark mit großer Auswahl an Kicker und Boxen. Auf einem Kicker mit mindestens 12m Table-Länge musste die Teilnehmer zwei verschiedene Sprünge zeigen. Einer der beiden Sprünge musste switch (rückwärts) angefahren werden und switch gelandet werden. Der zweite Sprung musste eine Drehung um mindestens 360° beinhalten. Bei den Boxen wählten Robert und ich eine Kink-Box und eine Rainbow-Box aus. Über Erstere mussten die Teilnehmer einen einfachen Backside-Boardslide zeigen. Auf der zweiten Box hatten die Prüflinge die Wahl zwischen Frontside-Boardslide oder Backside-360°-Slide.

Am Nachmittag des selben Tages fanden noch zusätzlich die 3 übrigen Fahrtechnikprüfung für die Snowboarder in Ehrwald statt. In der ersten Prüfung mussten sie zeigen, dass sie bei zügigem Temp mit Hilfe von Frontside-Ollies-180° bzw. Switch-Frontside-Ollies-180° permanent Frontside-To-Frontside fahren konnten. Auf halber Strecke war ein beliebieger Nose- oder Tail-Butter gefordert, der den Wechsel zum permanenten Backside-To-Backside-Fahren mit Hilfe von Backside-Ollies-180° bzw. Switch-Backside-Ollies-180° einleitete - das Ganze natürlich gecarved.

Die zweite Prüfungsaufgabe war weniger Freestyle-lastig, allerdings trotzdem anspruchsvoll bezüglich Koordination. Die Aufgabe bestand darin, in 4 schrägen Gassen in einem steilen Hang zügig switch zu fahren - das Ganze kombiniert mit dem Fahrprinzip "Kurvenfahren mit strecken der Beine". Die Schwierigkeit bestand darin, das Fahrprinzip bei einem asymetrischen Rhythmus, der durch die schräge Gasse verursacht wird, sauber durchzuhalten.

Die letzte Prüfungsaufgabe im Bereich Fahrtechnik stellte besonderen Anforderungen an das demonstrative Kurvenfahren beim Snowboarden. Gefordert war eine demonstartive Belastungsverteilung entlang der Längsachse des Snowboards während des Kurvenfahrens. Dabei sollte das Kurvenfahren bei langsamen Tempo gedriftet begonnen werden, mit fließendem Übergang und mittlerem Tempo hin zum geführten Kurvenfahren, und zum Schluß bei hohem Tempo und geschnittener Fahrweise.

Am dritten Tag auf der Zugspitze bei strahlendem Sonnenschein stand die Prüfung der unvorbereiteten Lehreignung auf dem Programm. Dabei handelt es sich um eine gestellte Unterrichtssituation wie in einem Privatkurs. Der Prüfling ist dabei der Snowboardlehrer und ein anderer Teilnehmer stellt den Snowboardschüler dar. Per Zufallsprinzip zieht der Prüfling 20 Minuten zuvor ein beliebiges Kursthema. Anschließend gilt es, einen mustergültigen Snowboard-Privatkurs zu halten, wobei an das tatsächliche, fahrerische Niveau des Snowboardschülers angeknüft wird - somit Snowboard-Privatkurs auf höchstem Niveau.

Mittags, als auf über 2600m Höhe der Schnee wunderbar auffirnte, fuhren wir, begleitet von einem Bergführer, ins freien Gelände abseits der Pisten, um dort den zweiten Teil der Prüfung der freien Abfahrt durchzuführen. Die Abfahrt verlief unterhalb des Schneefernerkopfs mitten durch das freie Gelände Richtung Weißes Tal. Es wurden ein paar Richtungstoren gesteckt, an denen sich die Teilnehmer orientieren konnten. Dann hieß es wieder Vollgas und zeigen was man kann.

Gleich im Anschluss an die Snowboarder nutzten auch die Skifahrer die selbe Strecke für die Prüfung der freien Abfahrt. Unter den Teilnehmern war natürlich hier auch wieder die Weltmeisterin im Riesenslalom, Kathrin Hölzl. So ein Twintip-Ski steht ihr auch ganz gut :-).

Am letzten Tag der staatlichen Prüfung, ebenfalls bei strahlendem Sonnenschein auf dem Hausberg, standen für die Snowboarder noch die so genannten vorbereiteten Lehrproben auf dem Programm. Dabei handelt es sich ebenfalls um eine gestellte Unterrichtssituation mit einer Snowboardlehrergruppe. Der Prüfling spielt dabei den Snowboardlehrer, der andere oder angehende Snowboardlehrer fortbildet. Der Prüfling hatte bereits zu Beginn der staatlichen Prüfung per Zufallsprinzip ein beliebiges Unterrichtsthema gezogen und hatte somit mindestens einen oder mehrere Tage Zeit, um das Thema ausführlich vorzubereiten.

Einen großen und oft auch schwierigen Teil der Prüfungen zum staatlich geprüften Snowboardlehrer oder Skilehrer haben somit einige Teilnehmer hinter sich - zumindest diejenigen, die bestanden haben. Um die Urkunde des Meisters ihres Faches in Händen halten zu können, müssen die Teilnehmer noch eine mehrtägige, theoretische Prüfung an der TU-München absolvieren, die im April stattfindet. Dabei geht es um folgende Themenbereiche:

  • Sportphysiologie
  • Didaktik und Methodik
  • Bewgungs- und Trainingslehre
  • Geräte- und Materialkunde
  • Wettkampfbestimmungen
  • Unfallkunde und Erste Hilfe
  • Organisations- und Rechtsfragen
  • Berggefahren, Schnee- und Lawinenkunde
  • Orientierung, Karte- und Kompasskunde
  • Ökologische Aspekte, Umwelt und Naturschutz
  • Fachbegriffe in Englisch

Tags: , , ,

Ski | Snowboard